Wim Catrysse, MSR, 2012
Ein-Kanal-Videoinstallation, HD, 16:9, Farbe, Sound, 14:58 Min.

Ulrike Rosenbach, Glauben Sie nicht, daß ich eine Amazone bin, 1975
Video, Betacam SP, s/w, mono, Originalformat: Open Reel Sony, 11:50 Min.

14.01.–06.04.2014

Fata Morgana

Mit:

Ruben Bellinkx, BéatriceBalcou, Marcel Berlanger, Wim Catrysse, Koenraad de Dedobbeleer, Andreas Maria Fohr, Katrin Kamrau, Isa Melsheimer, Nicolas Moulin, Benoît Platéus, Ulrike Rosenbach, Adrien Tirtiaux, Jacques Villéglé, Emmanuel Van der Auwera, Leon Vranken, Romain van Wissen, FreekWambacq

Eröffnung: 12.01.2014, 14:00

Zum Anlass der großen Eröffnungsausstellung der Saison 2014 verbindet das ikob Windungen und Furchen und wird zu einem Ort zusammengeführter Lichtspiegelungen, einem Flechtwerk aus scheinbar unvereinbaren Räumen und imaginären Welten. In den Werken von 17 Künstlern verschiedenster Generationen und kultureller Hintergründe nimmt Fata Morgana den gegenwärtigen Raum und dessen aktuelle Zersplitterung unter die Lupe und bietet dem Besucher die Möglichkeit, sich durch das Erleben des Raumes andere Orte und Wahrnehmungen der Realität zu erschließen. Das Zusammenspiel von Luft und Licht suggeriert bei einer Fata Morgana Perspektivenwechsel und Abgrenzungen, Bewegungen und Spiegelungen, wie auch Beugungen im Raum. So erscheinen im „Hier und Jetzt“ Orte aus einem Jenseits, Orte, die einer anderen Realität angehören und eine Schwelle zu unserer eigenen Realität bilden, deren Vielschichtigkeit sie hervorheben.

Als Paradigma des Imaginären ist diese thematische Ausstellung daher eine Art offene Metapher dessen, was wir aus der Erfahrung von Grenzen ziehen können und, im weiteren Sinne, der zeitgenössischen Kunst als Ganzes – gleich einem Topograph, der auf dem Boden dieser Kunst zahlreiche Fluchtlinien in Zeit und Raum zieht. Mit einer Vielzahl an Formen und Variationen schwankt man zwischen der Poesie dieser „anderen Räume“ und einem Bewusstwerden des empfindlichen Gleichgewichts der sogenannten Realität, die sich windet im Zeitalter des Globalen, des Virtuellen und des technologischen Auf und Ab. Die Werke in Fata Morgana sind eigenständige Räume die nebeneinander bestehen und sich im Laufe der Ausstellung zueinander in Beziehung setzen. Dabei ist der Raum um das markierte Gelände, auf dem sich der Besucher fortbewegt, erfüllt vom ganz eigenen Widerhall eines jeden Werkes, welches sich wiederum in das weite Feld der Fata Morganas einfügt.

Eine unvergessliche Erfahrung, die zugleich verwirrend und anregend ist, und deren Thema sich wie ein roter Faden in Form von Duo-Ausstellungen durch die Saison 2014 zieht. Stets im Zeichen der Fata Morgana verspricht das diesjährige Programm daher, den Besucher immer wieder an die Grenzen seines Realitätsverständnisses zu bringen und ihm neue, bislang ungeahnte Dimensionen zu erschließen...

Benoît Platéus, Deux plongeurs, 2010
Pigmentdruck, 187 × 146 cm