Poster zur Ausstellung

Poster zur Ausstellung mit Abbildungen zu Projekten des Künstlers

02.09.–16.11.2014

Adrien Tirtiaux

Les douze Travaux d’Adrien Tirtiaux

Eröffnung: 31.08.2014, 15:00

Über die Sommermonate lädt das ikob Adrien Tirtiaux (1980, BE) zu einer Künstlerresidenz ein und lässt ihm freie Hand, um das Museum sowohl in seiner Form als auch in seinem Inhalt umzudenken. Der 2013 für den Young Belgian Art Prize* nominierte Künstler setzt sich meistens mit den Orten auseinander, an denen er arbeitet, und entwirft Environments, mit denen er unser Verhältnis zum Umfeld greift und verändert. Seine Installationen, räumlichen Interventionen und Performances nehmen dabei verschiedene Formen an, entspringen sie doch der genauen Beobachtung des Kontexts, in dem sie sich befinden. Das Werk wird durch den Rohstoff geformt, den der jeweilige Ort hergibt, und erhält somit die Fähigkeit, Perspektiven umzukehren und den versteckten skulpturalen Status jedweden Ortes aufzudecken.

Für das ikob stellt sich der ausgebildete Architekt und Künstler einer kolossalen Herausforderung: gleich den Helden aus Comicheften, die ihn inspirieren, unternimmt er zwölf gewaltige Arbeiten, die das ikob von Grund auf verändern werden. Zwölf wagemutige und triviale Arbeiten, die den roten Faden der Ausstellung bilden und zugleich die performative Vorgehensweise von Adrien Tirtiaux hervorheben.

„Die Architektur und die Funktionsweise des Museums andeuten, […] ein Museum in der Institution und mit den Mitteln und der Haltung eines Kunstzentrums schaffen. Letzteres vor allen Dingen zu einem Ort des Experimentierens machen, der im Gegensatz zum dauerhaften Charakter des Museums steht. Für meine erste Museumsausstellung in Belgien plane ich das Gegenteil einer Retrospektive: ein ortsspezifisches Projekt, das auf den besonderen Kontext des ikob eingeht.“ (A. Tirtiaux, Auszug aus dem Projekt)

Indem es sich mit Haut und Haar dem Künstler verschreibt, öffnet sich das ikob einer mehrdimensionalen Bedeutung: es wird zum Objekt und Subjekt, ist gleichermaßen Rohstoff und Matrix des werdenden Kunstwerks und wandelt sich im Laufe des Entstehungsprozesses vom Atelier zur Ausstellungs- und Produktionsplattform. Hierdurch schafft die Ausstellung Raum für eine spezifisch zeitgenössische Vorgehensweise: das Ausweiten des skulpturalen Felds – durch bestimmte räumliche Interventionen – auf die architektonischen, gar soziokulturellen Dimensionen des Ortes.

In einer Linie mit Gordon Matta Clarck dekonstruiert Adrien Tirtiaux die unveränderliche Substanz des Museums und offenbart es als einen Ort der Produktion, einen Ort zum Experimentieren und Schaffen, einen Ort, der sich dem Unbekannten öffnet und stetig „wird“ – einen durch und durch zeitgenössischen Ort, an dem ein Dialog zwischen Architektur und Kunst stattfindet. Durch tiefe Eingriffe in das Gewebe des Museums (dessen Collection miteinbezogen wird) machen seine 12 Arbeiten das ikob zu einem Kunstwerk – zugleich Museum und Kunstzentrum.