Vera Hilger, Ohne Titel, 2009
Öl und Tempera auf Leinwand
180 × 210 cm

10.08.–25.09.2016

Star Work № 18: Ohne Titel

Vera Hilger

Hilger arbeitet am liebsten großformatig, so kann sie am besten die Möglichkeit des Materials, Tempera und Ölfarbe, ausschöpfen. Schicht für Schicht überzieht sie ihre Leinwände mit Farbe, hell, dunkel, dicker, dünner, bis der eine Augenblick entstanden ist, den sie sucht: das Schimmern der Materie. Dieser Malprozess, der durch lange Zeiträume entsteht, ist genau das, was die Künstlerin am Malen fasziniert. Sie selbst spricht von einem Arbeitsprozess, der manchmal bis zu zwei Jahren dauern kann, bevor er ausgereift ist. Immer wieder modifiziert Vera Hilger ihre Gemälde aufs Neue und fügt zusätzliche Schichten auf. Dabei hinterfragt sie ihre Werke und verändert sie so, dass eine spannende Struktur entsteht. Ihre titellosen Gemälde stellen im Grunde nichts Konkretes dar, sie sollen das genaue hinsehen anregen und hin und wieder erkennt man Phänomene aus der Natur.

Das als Star Work präsentierte Werk war das erste Mal 2009 in der Ausstellung Vera Hilger – Schimmer zu sehen. Die Farbigkeit hat etwas nebeliges, schleierhaftes, diffuses, ja fast mysteriöses. An den Schattierungen der Farbhaut erkennt man die verschiedenen Schichten und Prozesse und je nach Blickwinkel, scheint sich das Bild im Auge des Betrachters zu wandeln. So entstehen Vermutungen und Gedankenverbindungen. Dennoch haben alle ihre Kunstwerke eine rhythmische Struktur: Formen, Linien und auch Farben wiederholen sich innerhalb eines Bildes und durch den halbdurchlässigen Untergründen scheinen illusionistisch wirkende Muster zu entstehen.

Inspirieren lässt sich die Künstlerin von Momenten und Augenblicken des Lebens. Hier erzeugt es den Eindruck einer nebeligen Baumkulisse oder eines Vogelschwarms am Himmel. Eindeutig zu erkennen ist das Spiel von Licht und Schatten, welches in vielen ihrer Arbeiten eine große Rolle spielt. Gerade das ist das Spannende an dem Malprozess, die Farbmaterie so zu bearbeiten, dass sie etwas tut, was sie von selbst kann.

STAR WORK
Mit dem Star Work zeigen wir in regelmäßigen Abständen ein Kunstwerk aus der Sammlung des IKOB.

Star Work № 25: A Billion Square Circles


STAR WORK № 24: Checkpoint Charlie


Star Work № 23: Babalú Ayé


Star Work № 22: Sorry


Star Work № 21: République Libre de Clairefontaine


Star Work № 20: Constructor


Star Work № 19: DEIN GEILSTER MÄDCHEN­FLUG­KÖRPER SCHREIT TOTALST: NUR VORNE IST EVOLUTION IM SCHRITT "MARSCH MARSCH", VERSACHLICHT ALLES.


Star Work № 17: Corte Cromático, Hommage an André Blank


Star Work № 16: Statements 34/56


Star Work № 15: Texte zur Kunst