Presse

Laden Sie hier Pressecommuniqués und -dossiers zu aktuellen, vergangenen und zukünftigen Ausstellungen herunter.

Mehr Info und Bilder in hoher Auflösung auf Anfrage:
Ingrid Mossoux | i.mossoux@ikob.be | +32 87 56 01 10


Ressentiment – Kulturen des Dissens

Ressentiment ist viel mehr als nur ein Stereotyp, ein Klischee oder ein negatives Bild, das nur dann Anwendung finden könnte, wenn es gilt, einen politischen Gegner zu diffamieren – es geht beim Thema Ressentiment um viel subtiler gelagerte kulturelle Prozesse. 

Ressentiments sind in Wirklichkeit eher lichtscheue Gewächse, die im Schatten einer erlebten Demütigung, einer Niederlage oder einer Unterwerfung wachsen und das Verhältnis zwischen Verlierer und Gewinner strukturieren. Dieses Verhältnis einer realen oder gefühlten Imbalance gegenüber dem Anderen gilt für Individuen, Gruppen, Sprach- und Religionsgemeinschaften – aber auch für ganze Nationen.

Selten war dieses Thema so aktuell wie heute, wo auf der ganzen Welt Autoritarismus und Nationalismus um sich greifen.

Die Ausstellung versammelt 17 internationale künstlerische Positionen des Dissens u.a. Awst & Walther, Dear Hunter, Elisabeth Gabriel & Daryoush Asgar, Andy Hope 1930, Tímea Anita Oravecz, Alina Schmuch und Franca Scholz, Gerold Tagwerker, Thomas Zipp.

Pressedossier als PDF herunterladen


Dirk Dietrich Hennig: Jamais-vu – Jean Guillaume Ferrée

Ab dem 10. August wird der deutsche Künstler Dirk Dietrich Hennig mit „Jamais-vu“ das Werk des zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Jean Guillaume Ferrée (1926-1974) im ikob präsentieren. Die Wiederentdeckung dieses Künstlers aus dem Umfeld von Fluxus und Nouveau Réalisme käme ohne Frage einer kunsthistorischen Sensation gleich, wenn es diesen Künstler wirklich gegeben hätte. Tatsächlich aber ist Ferrée eine Erfindung Hennigs, der sowohl das Werk als auch die Biografie Ferrées bis ins kleinste Detail erdacht und erschaffen hat.

Glaubt man zunächst der Geschichte Hennigs, so war Jean Guillaume Ferrée ein erfolgreicher Künstler aus dem Elsass, der sich zwischen 1962 und 1974 wegen einer retrograden temporären Amnesie mehrfach in psychiatrischer Behandlung befand. Der mysteriöse Tod des Künstlers im Jahr 1974 und das Desinteresse seiner Erben vereitelten allerdings das Bekanntwerden Fernes.

Die Werke Ferrées, die Hennig seit 2004 schafft und die jetzt in der Ausstellung „Jamais-vu“ präsentiert werden, sind jedoch mehr als eine simple Täuschung. Sie leben von einer subtilen Strategie der Durchmischung von historischen Fakten und möglichen Narrativen. Damit stellt Hennig auf raffinierte Weise jede Form kunstgeschichtlicher Gewissheit in Frage.

Die Ausstellung im ikob – Museum für Zeitgenössische Kunst in Eupen ist mit insgesamt 65 Werken die bisher größte museale Einzelausstellung sowohl Jean Guillaume Ferées als auch Dirk Dietrich Hennigs. Zugleich ist sie auch Frank-Thorsten Molls kuratorischer Einstand als Direktor des ikob.

Pressedossier als PDF herunterladen


ÜBERALL – Eric Peters

Das malerische Werk des in Aachen lebenden Künstlers Eric Peters ist in seiner Konsequenz einzigartig und findet national, wie auch international große  Anerkennung. Mit seinen Gemälden kreist er um die Geheimnisse der Schöpfung und  analysiert die menschliche Psyche mit ihren verschiedenen Schichten und Überlagerungen. Stillleben, Porträt, Tierdarstellung und Kosmologie sind seine bevorzugten Bildthemen, mit deren kunsthistorischer Aufladung er gekonnt zu jonglieren versteht. Wo Anfangs die Komposition durch die Kreisform bestimmt wurde, setzt er jetzt auf das Prinzip der mehrfachen Überlagerung - der Superposition. Mythologische Tierfiguren, die sich mit ikonischen Porträts von Mao bis Vladimir Putin, über Joseph Beuys bis Margret Thatcher abwechseln, wirken durch die Bildüberlagerungen leicht verzerrt. Die daraus resultierende Unsicherheit führt er bewusst herbei. Sie entspricht der aktuellen zeitlichen und räumlichen Hyperkomplexität, die unsere Gesellschaften mehr und mehr verunsichert. Peters setzt dieser gesellschaftlichen Verunsicherung die Qualität der Malerei entgegen: sie verdichtet, wo alles locker zu sein scheint, und lockert auf, wo Dichte festgestellt wird. Die Malerei Peters ist Gradmesser für den Zustand unserer Welt und stellt uns die unausweichliche Frage, wie wir die Welt im Spiegel der Malerei wahrnehmen wollen. 

Pressedossier als PDF herunterladen


Das ikob hat einen neuen Direktor - Frank-Thorsten Moll

Frank-Thorsten Moll kommt vom Zeppelin Museum ans ikob.

Nach etwas mehr als sechs Jahren verlässt der Leiter der Kunstabteilung das Zeppelin Museum, um ab dem 1. März 2016 als Direktor des ikob - Museum für Zeitgenössische Kunst in Eupen, Deutschsprachige Gemeinschaft / Belgien zu arbeiten.

Der Weggang vom Bodensee erfolgt für Frank-Thorsten Moll natürlich nicht ohne Wehmut, denn schließlich waren die letzten Jahre geprägt von den unterschiedlichsten kuratorischen Aufgabenstellungen und Tätigkeitsfeldern. Im Dezember 2009 hatte er als Verantwortlicher für die städtische Kunstsammlung die Wechselausstellungen und das Andreas Feininger Archiv im Zeppelin Museum angefangen.

Angetreten war er mit dem Projekt die zeitgenössische Kunst als selbstverständlichen Bestandteil der musealen Praxis zu etablieren und die Sammlung durch neue Impulse zu beleben. Dies ist ihm angesichts solcher Projekte wie Michael Sailstorfers Ausstellung „Crash“, „Wir Sind Alle Astronauten“, „Die Welt von Oben“ aber auch „Luftkunst“ und die Kooperationen mit jungen Off-Space-Galerien gelungen. Gerade letztgenannte Ausstellungsreihe, die junge unabhängige Kunstprojekte nach Friedrichshafen holte, ermöglichte es zahlreichen jungen Künstlern und Theoretikern unter anderem aus Karlsruhe, Stuttgart und Zürich mit dem Zeppelin Museum erstmals in Kontakt zu kommen.

Mit den großen monografischen Ausstellungen zu Ré Soupault und Anton Stankwoski zeigte er außerdem wichtige Protagonisten der Fotografiegeschichte in Friedrichshafen. Dies half dabei das Zeppelin Museum als ein Museum zu positionieren, das neben der Luftschifffahrtgeschichte auch als Kunstmuseum wahrgenommen wurde.

Mit Frank-Thorsten Moll, der im Zeppelin Museum für annähernd 30 Projekte und Ausstellungen verantwortlich zeichnete und zuvor an der renommierten kestnergesellschaft in Hannover und dem HKW (Haus der Kulturen der Welt) in Berlin wirkte, gewinnt das ikob einen vielseitigen und bestens vernetzten Direktor. Beim ikob stellte er sich mit einer selbstbewussten Haltung der Öffentlichkeit vor und überzeugte die Gremien nicht etwa mit einem Jahresplan oder einer fixen Künstlerliste, sondern mit thematischen und konzeptuellen Vorschlägen. So möchte Frank-Thorsten Moll die einmalige Erfolgsgeschichte des ikob fortschreiben und mit seinen Ideen und Visionen zu einem kritischen Ort der Reflexion zu allen drängenden Fragen der heutigen Gesellschaft weiter ausbauen.

Ab dem 1. März will der neue Direktor die Zeit nutzen, um mit dem Personal und dem Verwaltungsrat eine Vision für das ikob zu erarbeiten und mit Verantwortlichen aus der Politik und den Medien zu sprechen. Erst im zweiten Schritt wird sich aus gesellschaftsrelevanten Themen ein Ausstellungsprogramm entwickeln, das dann selbstverständlich auch an Künstlernamen festgemacht werden kann.

Die treuen Freunde, Förderer und Besucher des ikob sowie die belgische und euregionale Maas-Rhein Kunstszene und diejenigen, die bisher noch nicht im ikob waren, dürfen gespannt sein auf das, was auf sie zukommen wird: Eines ist jetzt schon gewiss, es wird auch in Zukunft nicht langweilig werden im ikob, Eupens Aushängeschild in Sachen Kunst. 

Pressetext als PDF herunterladen



CATALYST - Marcel Berlanger | Adrien Lucca


Ausstellungszyklus FIG. Marcel Berlanger


INTERsound



ikob-Preis


IN/VISIBLE


Synapsen - Isa Melsheimer