Horst Keining

DE, 1949
Lebt und arbeitet in Düsseldorf

Horst Keining, 1949 in Hattingen im Ruhrgebiet geboren, lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Düsseldorf. Nach dem Abitur 1970 studierte er zunächst Bauingenieurwesen an der Ruhr-Universität Bochum, wechselte aber nach zwei Semestern an die Staatliche Kunstakademie Düsseldorf. Bis zum Abschluss 1976 studierte er u.a. bei dem Bildhauer und Architekten Erwin Heerich. Seine Werke sind seit 1979 regelmässig in Einzel- und Gruppenausstellungen renommierter Museen und Galerien im europäischen In- und Ausland zu sehen und in Katalogen besprochen. Ausgewählte Werke befinden sich in öffentlichen Sammlungen in Deutschland, den Niederlanden und Belgien.


Windows

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Keinings Bilder “Windows“, “Les Bombes“ und “A-One“ getitelt, Ende zeigen zwei Bildebenen. In “A-One“ verbirgt sich in einem roten Grund ein Architekturmotiv in allergröbster Rasterung und unscharf dargestellt. In Windows zeigt sich das gleiche Motiv, seitenverkehrt in einem blassgrünen Fond. Mit blass-wässeriger Acrylfarbe sind darauf Produktinformationen gesetzt. Die Architektur stammt, ohne dass man es erkennen könnte, aus China, die im Bild erwähnten Produkte stammen lesbar aus Saigon. In Gesprächen versichert Keining regelmäßig, dass es ihm bei den Textelementen nie um Inhalte, sondern immer um Form geht, dass für ihn das Alphabet das interessanteste Reservoir abstrakter Elemente darstellt.

2007

Kunstharz, Acryl auf Leinwand

185 x 135 cm

A-One

Les Bombes

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“Les Bombes“ zeigt einen Ausschnitt aus einem Zeitungsfoto, das Keining im Sommer 2006, während eines Studienaufenthaltes in der Cité in Paris fand. Es zeigte in erschütternder Weise die Folgen des  Bombardements während des zweiten Libanonkrieges: Flächig, verschwommenes abstraktes Grauen, präsentiert wie ein Titelbild einer existierenden Zeitschrift für Kultur. Da scheinen die Textelement mehr zu sein, als abstrakte Formen.Die Arbeiten von Horst Keining changieren zwischen Unschärfe  und harten Konturen, zwischen Verschwindendem  und Behauptetem, zwischen ungreifbaren, sich entziehenden Bildelementen und entleerten Texthülsen, die dem Zuschauer insgesamt die ersehnte Gewissheit des Bildes verweigern.

2007

Kunstharz, Acryl auf Leinwand

185 x 135 cm

Texte zur Kunst

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Leuchtend hellblaue und weisse Punkte, die an Konfetti erinnern, zeichnen sich deutlich vom orangegelben Hintergrund ab. Etwas Gegenständliches – eine Landschaft, eine Architektur, Kisten, die sich stapeln – ist zu erahnen. Die Elemente lösen sich auf. Wie bei der Betrachtung eines impressionistischen Gemäldes werden die nebeneinander gesetzten Farben erst bei zunehmender Entfernung vom Bild zu einem fassbaren Ganzen. Dieser Versuch ist hier jedoch zum Scheitern verurteilt, da die Verfremdung nicht nur durch den Zoom angelegt ist, sondern darüber hinaus auch durch die Wahl des Ausschnitts. “Texte zur Kunst” ist mit serifenlosen Grossbuchstaben schwarz, aber lasierend aufgetragen. Die Zeile ist im unteren Drittel des Bildes platziert, das, auch durch sein Format, an ein Buch- oder Zeitschriftencover erinnert. Die Worte suggerieren die vermeintliche Bildaussage. Die Botschaft setzt Assoziationen frei. Der Betrachter, der gleichsam Leser ist, hat Erwartungen, die das Bildmotiv nicht auflöst.

Leuchtend hellblaue und weisse Punkte, die an Konfetti erinnern, zeichnen sich deutlich vom orangegelben Hintergrund ab. Etwas Gegenständliches – eine Landschaft, eine Architektur, Kisten, die sich stapeln – ist zu erahnen. Die Elemente lösen sich auf. Wie bei der Betrachtung eines impressionistischen Gemäldes werden die nebeneinander gesetzten Farben erst bei zunehmender Entfernung vom Bild zu einem fassbaren Ganzen. Dieser Versuch ist hier jedoch zum Scheitern verurteilt, da die Verfremdung nicht nur durch den Zoom angelegt ist, sondern darüber hinaus auch durch die Wahl des Ausschnitts. “Texte zur Kunst” ist mit serifenlosen Grossbuchstaben schwarz, aber lasierend aufgetragen. Die Zeile ist im unteren Drittel des Bildes platziert, das, auch durch sein Format, an ein Buch- oder Zeitschriftencover erinnert. Die Worte suggerieren die vermeintliche Bildaussage. Die Botschaft setzt Assoziationen frei. Der Betrachter, der gleichsam Leser ist, hat Erwartungen, die das Bildmotiv nicht auflöst.

“Texte zur Kunst” ist eine 1990 in Köln gegründete Kunstzeitschrift. Auf rund 300 Seiten werden zu gesellschafts- und kulturpolitischen Themen deutsch- und englischsprachige Beiträge zu zeitgenössischer Kunst, Film, Musik, Mode und Design veröffentlicht.

Keining provoziert diese Ambivalenz, indem er dem klassischen Bildaufbau zur Erzeugung von Perspektive folgt: Vordergrund, Hintergrund, Anhebungsmotiv, Klarheit und Unschärfe, Überschneidung. Die Motive aber erschließen keinen realen Raum und die verschiedenen Ebenen stehen in keinem direkt greifbaren Sinnzusammenhang, so dass eine Verortung unmöglich wird und das Bild als Ganzes Irritationen auslöst. Der Künstler spielt mit den Elementen Text, Kontext, Textur und Kontur – und mit der Wahrnehmung. Der Diskurs ist das Entscheidende.

In frühen Arbeiten der 1980er und 90er Jahre, den Serien der Blaugrünen und Roten Bilder, in den Fassadenbildern und den Streifenbildern, untersuchte Keining systematisch die Möglichkeiten der Gliederung einer Fläche und verfolgt ein forschendes Erproben der malerischen Mittel. Ausgelöst durch den Auftrag für ein Wandgemälde, das eine neue Technik des Farbauftrags erforderte, arbeitete er fortan mit Kunstharzfarbe und Spraypistole. Statt Fläche und Linie setzte Keining ab 1997 Farbfläche und Schrift, ab 2003 dann Ornament und Schrift in Beziehung. Die Technik des Airbrush unterstützt dabei seine Intention, Unschärfen und Verschleierungen zu erzeugen.

“Texte zur Kunst” ist eine 1990 in Köln gegründete Kunstzeitschrift. Auf rund 300 Seiten werden zu gesellschafts- und kulturpolitischen Themen deutsch- und englischsprachige Beiträge zu zeitgenössischer Kunst, Film, Musik, Mode und Design veröffentlicht.

Keining provoziert diese Ambivalenz, indem er dem klassischen Bildaufbau zur Erzeugung von Perspektive folgt: Vordergrund, Hintergrund, Anhebungsmotiv, Klarheit und Unschärfe, Überschneidung. Die Motive aber erschließen keinen realen Raum und die verschiedenen Ebenen stehen in keinem direkt greifbaren Sinnzusammenhang, so dass eine Verortung unmöglich wird und das Bild als Ganzes Irritationen auslöst. Der Künstler spielt mit den Elementen Text, Kontext, Textur und Kontur – und mit der Wahrnehmung. Der Diskurs ist das Entscheidende.

In frühen Arbeiten der 1980er und 90er Jahre, den Serien der Blaugrünen und Roten Bilder, in den Fassadenbildern und den Streifenbildern, untersuchte Keining systematisch die Möglichkeiten der Gliederung einer Fläche und verfolgt ein forschendes Erproben der malerischen Mittel. Ausgelöst durch den Auftrag für ein Wandgemälde, das eine neue Technik des Farbauftrags erforderte, arbeitete er fortan mit Kunstharzfarbe und Spraypistole. Statt Fläche und Linie setzte Keining ab 1997 Farbfläche und Schrift, ab 2003 dann Ornament und Schrift in Beziehung. Die Technik des Airbrush unterstützt dabei seine Intention, Unschärfen und Verschleierungen zu erzeugen.