#20
2017 — 01

Constructor
Dmitry Teselkin


#19
2016 — 09

DEIN GEILSTER MÄDCHENFLUG- KÖRPER SCHREIT TOTALST: NUR VORNE IST EVOLUTION IM SCHRITT "MARSCH MARSCH", VERSACHLICHT ALLES.
Jonathan Meese
2012


#18
2016 — 08

Ohne Titel
2009


#17
2016 — 06

Corte Cromatico - Hommage an André Blank
1987


#16
2016 — 04

Statements 34/56 (rotes Kreuz)
Jean-Marie Biwer
2000

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Der 56teilige Zyklus Statements von 2000, zu der die Arbeit 34/56 gehört, manifestiert in ungestüm gemalten gleichgroßen Gemälden frische Bildstrukturen zwischen figürlichen Fragmenten, collagierten Dingweltpartikeln sowie ungleichmäßig wallender Struktur und gestischer Linienführung. Sie folgen in Farbgebung und Zusammenstellung keinem künstlerischen Vorbild, keiner Leitmotivik und keiner Musterstruktur, es sind tagesaktuelle Singularitäten, die keine Erwartung bedienen, sondern in Fragmenten und erinnerten Tagesresten empfundenes Dasein abbilden. Dazu gehören auch kulturbeladene Gedankenströme, die in der Kreuzform auf blutrotem Fleischgrund anklingen, die den Blick in eine zart angedeutete Spielzeugwelt von oben freigibt, von einem figurativen schwarzen Fleck gekrönt. Räumlich unzusammenhängende Berglandschaft, Architektur und fliegende Menschen im neckisch-sanften Inkarnat-Farbsumpf vereinend, ist dieses Gemenge ein Bildentwurf von 34/56 für die unvergorene Bildbelastung, die eine medienorientierte Zapp-Kultur mit ihrer Bilderfressgier beliebigkeitsquirlend erzeugt. Nicht die üblich gewordene Bilderflut-Schnipselcollage, sondern ein Bild für den Verdauungsprozess von eigener und medial geliehener Weltseherfahrung. Ein Bild für das es nichts Vergleichbares gibt, das aber in seiner Bildphantasie auch mediale Erfahrung konkretisiert und ganz unmedial Neues ohne Avantgardeattitüde in die Welt setzt, ohne dem Betrachter Denkziele vorzugeben oder die formale Trickkiste der Malerei zu nutzen und einen Stil auszubilden. Seine Malerei ohne Überflüssiges aber voll Unverdrängtem ist deswegen nicht harmlos oder bedeutungslos – ganz im Gegenteil.

Miriam Elebe


#15
2016 — 03

Texte zur Kunst

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Leuchtend hellblaue und weisse Punkte, die an Konfetti erinnern, zeichnen sich deutlich vom orangegelben Hintergrund ab. Etwas Gegenständliches – eine Landschaft, eine Architektur, Kisten, die sich stapeln – ist zu erahnen. Die Elemente lösen sich auf. Wie bei der Betrachtung eines impressionistischen Gemäldes werden die nebeneinander gesetzten Farben erst bei zunehmender Entfernung vom Bild zu einem fassbaren Ganzen. Dieser Versuch ist hier jedoch zum Scheitern verurteilt, da die Verfremdung nicht nur durch den Zoom angelegt ist, sondern darüber hinaus auch durch die Wahl des Ausschnitts. “Texte zur Kunst” ist mit serifenlosen Grossbuchstaben schwarz, aber lasierend aufgetragen. Die Zeile ist im unteren Drittel des Bildes platziert, das, auch durch sein Format, an ein Buch- oder Zeitschriftencover erinnert. Die Worte suggerieren die vermeintliche Bildaussage. Die Botschaft setzt Assoziationen frei. Der Betrachter, der gleichsam Leser ist, hat Erwartungen, die das Bildmotiv nicht auflöst.

“Texte zur Kunst” ist eine 1990 in Köln gegründete Kunstzeitschrift. Auf rund 300 Seiten werden zu gesellschafts- und kulturpolitischen Themen deutsch- und englischsprachige Beiträge zu zeitgenössischer Kunst, Film, Musik, Mode und Design veröffentlicht.

Keining provoziert diese Ambivalenz, indem er dem klassischen Bildaufbau zur Erzeugung von Perspektive folgt: Vordergrund, Hintergrund, Anhebungsmotiv, Klarheit und Unschärfe, Überschneidung. Die Motive aber erschließen keinen realen Raum und die verschiedenen Ebenen stehen in keinem direkt greifbaren Sinnzusammenhang, so dass eine Verortung unmöglich wird und das Bild als Ganzes Irritationen auslöst. Der Künstler spielt mit den Elementen Text, Kontext, Textur und Kontur – und mit der Wahrnehmung. Der Diskurs ist das Entscheidende. In frühen Arbeiten der 1980er und 90er Jahre, den Serien der Blaugrünen und Roten Bilder, in den Fassadenbildern und den Streifenbildern, untersuchte Keining systematisch die Möglichkeiten der Gliederung einer Fläche und verfolgt ein forschendes Erproben der malerischen Mittel. Ausgelöst durch den Auftrag für ein Wandgemälde, das eine neue Technik des Farbauftrags erforderte, arbeitete er fortan mit Kunstharzfarbe und Spraypistole. Statt Fläche und Linie setzte Keining ab 1997 Farbfläche und Schrift, ab 2003 dann Ornament und Schrift in Beziehung. Die Technik des Airbrush unterstützt dabei seine Intention, Unschärfen und Verschleierungen zu erzeugen.