Szene aus dem Video:
Helen Anna Flanagan, Gestures of Anatomy, 2019, Video, Ton, Farbe, 13'00 © die Künstlerin

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Helen Anna Flanagan, Gestures of Anatomy, 2019, Video, Ton, Farbe, 13'00 © die Künstlerin

11.05.–15.08.2021

Helen Anna Flanagan

gesticulating … wildly

Eröffnung: 09.05.2021, 13:00

Das IKOB - Museum für Zeitgenössische Kunst präsentiert mit „Gesticulating... Wildly“ die erste institutionelle Einzelausstellung der in Rotterdam lebenden Künstlerin Helen Anna Flanagan. Die Ausstellung bringt erstmals Flanagans Filmtrilogie „Gestures“ (2019-2020) zusammen, in der die Künstlerin ihre kuriosen Charaktere an einem bestimmten Schauplatz auf eigentümliche Weisen kollidieren lässt. In Anlehnung an diese choreografische Herangehensweise sind ihre Filme in eine spielerische Installation in den Ausstellungsräumen des IKOB eingebettet. Das Erlebnis des Betrachters wird durch Elemente wie minimalistische Backsteinwände, Bodenmarkierungen und Skulpturen, die sich auf verschiedene Filmszenen beziehen, zugleich strukturiert und verunsichert. Flanagan stellt sich die soziologische Frage, wie und warum Menschen sich so verhalten, wie sie es tun. Dies bringt sie in ihrer Arbeit dazu, sich auszumalen wie verschiedene Personen auf die Strukturen von Gesellschaft und Macht reagieren und dazu Stellung beziehen.

Wie die Stubenfliegen, die sich als wiederkehrendes Motiv durch ihre Videos streuen, binden Flanagans Arbeiten den Betrachter abwechselnd als passiven Beobachter, Informationsträger oder invasiven Parasiten ein. Damit steht sie im Einklang mit dem Jahresthema des IKOB für 2021, „Gossip“. Das Programm für 2021 setzt sich mit dem Potenzial von Erzählkunst und geteilten Geschichten auseinander, uns als Gesellschaft enger aneinander zu binden, und zielt auf eine kritische Untersuchung der sozialen Kontexte ab, in denen erzählungsauslösende Narrative entstehen und verbreitet werden. Helen Anna Flanagans „Gestures“ Trilogie ist eine wichtige Inspirationsquelle für dieses Konzept, da ihre Arbeit uns Zugang zu Orten der Begegnung zwischen verschiedenen Ideen und Menschen gewährt, wobei Gerüchte und Geschichten als ansteckendes Geflüster durch ihre Werke gewebt sind.

„Gesticulating... Wildly“ findet im Anschluss an den Feministischen Kunstpreis des IKOB von 2019 statt, bei dem die Jury bestehend aus Daniella Géo (ehemals HISK, Gent), Louise Osieka (CIAP, Hasselt), Marie-Hélène Joiret (Chataigneraie, Flemalle) und Eva Wittocx (Museum M, Leuven) Helen Anna Flanagan für den ersten Preis auswählte, was zur Einladung für eine Einzelausstellung im IKOB führte. Der 1993 zur Förderung aufstrebender Künstler:innen gegründete IKOB Kunstpreis wurde 2019 erstmals zum „Feministischen Kunstpreis“ und zielte auf Künstler:innen ab, deren Arbeit zur Verbreitung feministischer Ideen einen wichtigen Beitrag leisten. Die nächste Ausgabe des IKOB Feministischen Kunstpreises findet 2022 statt.

Szene aus dem Video:
Helen Anna Flanagan, Gestures of Anatomy, 2019, Video, Ton, Farbe, 13'00, © die Künstlerin

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Helen Anna Flanagan, Gestures of Anatomy, 2019, Video, Ton, Farbe, 13'00 © die Künstlerin

Szene aus dem Video:
Helen Anna Flanagan, Gestures of Collapse, 2019, Video, Ton, Farbe, 12'00, © die Künstlerin

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Helen Anna Flanagan, Gestures of Collapse, 2019, Video, Ton, Farbe, 12'00, © die Künstlerin

Biografie

Die Künstlerin Helen Anna Flanagan (geb. 1988, Birmingham, lebt in Rotterdam, NL) arbeitet mit Video, Performance und Installation. Sie war von 2019-20 in Residenz bei HISK, Gent und ist Absolventin der Falmouth University of Arts (UK) und der AKV St Joost (NL). Ihre Arbeiten wurden zuletzt gezeigt in den Institutionen: Kunsthal Gent (2021), Projektraum 145, Berlin (2021), Netwerk Aalst (2021), IMAI, Düsseldorf (2020), MHKA, Antwerpen (2020), CAMPO Victoria, Gent (2019) und MOMA Odessa (2019). Ihre Filme wurden schon auf zahlreichen Videoplattformen und Filmfestivals gezeigt, darunter Sharjah Film Platform (AE), Lo schermo dell'arte Film Festival (IT), Proyector Plataforma de Videoarte (SP), November Film Festival (UK), Film and Video Poetry Symposium (USA), Plymouth Contemporary 2017 (UK), Art Rotterdam (NL), und The Room Projects (FR). Ihre Arbeit „Gestures of Collapse“ gewann den VISIO Young Talent Acquisition Prize 2020 und wurde Teil der Gravity Collection in Italien, einer spezialisierten Sammlung für Videokunst.

Flanagan ist die Gewinnerin des Feministischen Kunstpreises des IKOB - Museum für Zeitgenössische Kunst (2019, BE) und eines bevorstehenden Stipendiums mit Needcompany in Brüssel (BE). Zu ihren kommenden Ausstellungen gehören Public Park, SMAK & Citadel Park Gent (BE); Emergency Biennial 2020, Aspex Gallery, Portsmouth (UK); Conjunctions, Sonsbeek Quadriennial & HISK, Arnhem (NL); Regenerate, WIELS, Brüssel (BE); Big Screen Southend, Focal Point Gallery, Southend (UK) und TENT Online Cinema, TENT, Rotterdam (NL).