2026 freut sich das IKOB, zum dritten Mal mit Borderland Residencies zusammenzuarbeiten, um in Eupen ein dreimonatiges Künstlerresidenzprogramm anzubieten. Nach einer Ausschreibung zum Thema PERIPHERIE wurde die Künstlerin Swinda Oelke ausgewählt. Sie wird von September bis November 2026 in Eupen leben und arbeiten.

Peripherie lässt sich nicht nur als eine Ortsbeschreibung, sondern auch als Beschreibung für Phänomene, die sich im Randbereich der Wahrnehmung befinden, begreifen. Genau mit solchen Randbereichen beschäftigen sich Swinda Oelke´s Arbeiten: Zentral ist ein Interesse an Sichtbarkeitsstrukturen, die physischer, politischer oder historischer Natur sein können. Der Ort und Kontext ihrer Ausstellungen bilden meist den Startpunkt ihrer Arbeiten. In Videos und Skulpturen thematisiert sie Infrastrukturen, Systeme und Prozesse, aber auch historische Geschehnisse, die eine fragile Sichtbarkeitsstruktur aufweisen und deren Wirkung man trotz ihrer omnipräsenten Natur, meist im Bild unserer direkten Umwelt, ausblendet.

Wenige Kilometer nördlich von Eupen liegt das ehemalige Gebiet von Neutral Moresnet. Das Anfang des 19. Jahrhunderts aufgrund von Streitigkeiten um Zinkvorkommen entstandene neutrale Grenzgebiet lässt sich nicht nur als geografische, sondern auch als juristische und politische Peripherie verstehen, in der Freiheiten möglich waren, die in den angrenzendenden Ländern nicht bestanden. So wurde der neutrale Staat beispielsweise ein Zufluchtsort für ungewollte schwangere Frauen oder für aus anderen Gründen politisch oder juristisch verfolgte Menschen. Bereits seit einiger Zeit beschäftigt sich Swinda Oelke für die Geschichte von Neutral Moresnet und wird während ihrer Residency dem Ort mit meiner analytischen Videopraxis begegnen und diese Aufnahmen als Ausgangspunkt für skulptural-installative Arbeiten nehmen.

Swinda Oelke (geb. 1995 in Düsseldorf, GE, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main, DE und Lissabon, PT) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, DE und schloss im Jahr 2022 als Meisterschülerin von Prof.in Franka Hörnschemeyer ab. Zuvor studierte sie an der Royal Danish Academy of Fine Arts in Kopenhagen, DK und nimmt zurzeit am Maumaus Independent Study Programme in Lissabon, PT teil. Swinda Oelke war Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes, der Konrad-Krieger- Stiftung, der Staff-Stiftung/Stadt Lemgo sowie der Metro-Stiftung. 2022 wurde ihre Arbeit mit dem Absolvent*innenpreis der Kunstakademie Düsseldorf ausgezeichnet. 2023 war sie Artist in Residence in der Villa Filanda Antonini, Treviso, IT. Zuletzt waren ihre Arbeiten unter anderem im MMIII Kunstverein Mönchengladbach, im Museum Schloss Moyland, im Museum Insel Hombroich sowie im Friedberger Kunstverein zu sehen.

Borderland Residencies ist ein euregionales Netzwerk von Residenzen an Kunstinstitutionen. Es handelt sich um eine gemeinsame Initiative von Künstlerresidenzen im Grenzgebiet von Rhein und Maas. Das Grenzlandprogramm unterstützt die Aktivitäten der Mitglieder durch die Organisation mehrtägiger Exkursionen für Künstler aus allen beteiligten Residenzen, durch Treffen mit Kuratoren und Institutionen aus der Region und durch ein öffentliches Programm mit Vorträgen, Präsentationen und Workshops. Das Programm bietet den teilnehmenden Künstlern die Möglichkeit, Kontakte auf beiden Seiten der Grenze zu knüpfen, sowohl mit anderen Künstlern als auch mit Institutionen. Die Exkursionen konzentrieren sich auch auf allgemeinere Themen in der Region, wie Energieerzeugung, landwirtschaftlicher Wandel und die alternde Bevölkerung.

Gefördert von der Europäischen Union und dem Small Project Fund „People to People” Interreg Maas-Rhein (NL-BE-DE), des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Programms Interreg Maas-Rhein (NL-BE-DE) sowie dem Regionalen Kultur Programm NRW.

spflogo-de-300ppi-rgb_format-jpg-copy
logo_mkw_claim_4c-copy
logo_euregio-meuse-rhine-4a9540262a69545g861aafd51b3a5341@2x-copy