Mit Re-Play präsentiert der ostbelgische Fotograf Christian Roosen eine fotografische Serie, die sich mit der Erinnerung an die Kindheit und ihrer Bedeutung für die Identität des Erwachsenen auseinandersetzt.

Das über viele Jahre entwickelte Projekt bringt Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen und beruflichen Kontexten in eine unerwartete Situation: An ihrem Arbeitsplatz legen sie ihre Schuhe ab, nehmen auf dem Boden Platz und beschäftigen sich mit einem Spielzeug aus ihrer eigenen Kindheit. Was zunächst wie eine einfache Geste des Spiels erscheint, wird in Roosen's Fotografien zu einer bewussten Unterbrechung des beruflichen und gesellschaftlichen Alltags.

Die vertrauten Spielsachen fungieren dabei als persönliche Erinnerungsobjekte. Sie öffnen einen Raum zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen der öffentlichen Rolle eines Erwachsenen und der privaten Erinnerung an eine frühere Lebensphase. In der fotografischen Inszenierung treffen diese unterschiedlichen Identitäten unmittelbar aufeinander.

Re-Play interessiert sich dabei weniger für eine idealisierte Vorstellung von Kindheit als für die emotionale Kraft, die Erinnerungen an diese Zeit bis in die Gegenwart besitzen können. Die Fotografien machen sichtbar, wie eng persönliche Geschichte, Gegenstände und Identität miteinander verbunden sind. Zugleich entsteht ein Moment der Irritation: Menschen, die wir aus ihrem professionellen Umfeld kennen, begegnen uns plötzlich in einer ungewohnten, spielerischen und verletzlicheren Position.

Die Ausstellung wird am 27.09. eröffnet. Die Eröffnungsrede wird von Isabelle Weykmans gehalten.