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The Waterfall, 2019, Foto: Gert Jan van Rooij

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The Waterfall, 2019, Foto: Gert Jan van Rooij

11.10.2022–08.01.2023

Johan Tahon

Umarmung

Eröffnung: 09.10.2022, 14:00

Johan Tahon wurde 1965 in Menen/Menin geboren und arbeitet in Oudenaarde (Belgien).
Er studierte Bildhauerei an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Gent und gilt seither langer Zeit als einer der wichtigsten belgischen Künstler seiner Generation.

Für das IKOB – Museum für Zeitgenössische Kunst ist er kein Unbekannter, denn er stellte bereits 2007 zusammen mit Ronny Delrue in Eupen aus und wurde auch später immer wieder in Sammlungsausstellungen präsentiert. Ausgangspunkt seiner neuerlichen Rückkehr nach Eupen, war ein Gespräch, indem er offen zugab, dass er die Arbeit „Xanax“ (2006) die seit nunmehr 16 Jahren Teil der IKOB Sammlung ist, gerne überarbeiten würde. Daraus entwickelte sich das Ausstellungsprojekt „Umarmung“, das viele drängende Fragen an die Kunst, ihrer Konservierung, die damit verbundenen Autor:innenrechte und die Aufgabe der Museen im Allgemeinen aufwarfen.

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Buraq, 2010-2018, Gips und Stahl, 290 x 95 x 59 cm, Foto: Gert Jan van Rooij

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Glacier Monk, 2019 Steingut, 185 × 38 × 65 cm, Foto: Gert Jan van Rooij

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Glacier Monk, 2019 Steingut, 185 × 38 × 65 cm, Foto: Gert Jan van Rooij

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Cold Stone, 1997, Gips, 93 × 29 × 28 cm, Foto: Gert Jan van Rooij

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Clare, 2020, Gips, 144 × 65 × 55 cm, Foto: Gert Jan van Rooij

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Kepler, 1998, Gips und Stahl, 70 × 32 × 40 cm, Foto: Gert Jan van Rooij

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Virgin Sun, 2020, Gips, 210 × 50 × 102 cm, Foto: Gert Jan van Rooij

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Weissenstein, 2018, Steingut, 124 x 28 x 47 cm, Foto: Gert Jan van Rooij

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Kykhill, 2020, Gips, 176 × 58 × 51 cm, Foto: Gert Jan van Rooij

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The Waterfall, 2019, Foto: Gert Jan van Rooij

Zusammen mit dem Künstler entschieden wir uns, ihm eine Überarbeitung seines Werkes zu ermöglichen. Für viele Beobachter:innen der Kunstwelt könnte dies ein Novum darstellen, für andere sogar ein Sakrileg, da doch Museen üblicherweise ihre Kunstwerke gegen Modifikationen, Schäden und Veränderung verteidigen müssen – zur Not eben auch gegen die Intention des Künstlers oder der Künstlerin selbst. Wir sind jedoch überzeugt, dass wir uns als Museum der Frage stellen müssen, ob die Position, die das Museum seit mehr als hundert Jahren einnimmt, heute überhaupt noch vertretbar ist, oder ob es ein neues Miteinander von Museum und Künstler:innen bedarf, das erst noch genauer definiert werden muss? Das modifizierte Werk Tahons steht somit im Zentrum der Ausstellung „Umarmung“ und markiert den Beginn eines beispiellosen Gesprächs zwischen Künstler:innen und Museen; über die Veränderung ihrer Werke.

Flankiert wird das neuüberarbeitete Werk von neuen Arbeiten des Künstlers sowie einigen älteren Werken aus der IKOB-Sammlung. Ziel ist es, sein Schaffen im Kontext älterer Werke zu zeigen, um neue Entwicklungen und ältere Interessenslagen aufzuzeigen und die enge Verbundenheit zwischen IKOB und Johan Tahon als das darzustellen was sie ist – eine Umarmung – ausgedrückt durch einen vertrauensvollen Dialog über die Möglichkeiten eines sensiblen Umgangs des Museums mit den Kunstwerken und ihrer Autor:innen.