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Tom Bogaert, Vendelzwaaier – Flaggenwerfer, 2022, Foto: Tom Bogaert

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Tom Bogaert, Wij Gwij Popinjay, 2022, Watou Arts Festival in Watou, Belgium, Foto: Tom Bogaert

24.01.–16.04.2023

Tom Bogaert

Vendelzwaaier – Flaggenwerfer

Eröffnung: 22.01.2023, 15:00

Auf Einladung von Henrike Naumann, deren Ausstellung WESTALGIE vom 24.01-16.04.2023 im IKOB zu sehen ist, zeigt der in Rom lebende Künstler Tom Bogaert sein Projekt VENDELZWAAIER – FLAGGENWERFER.

Tom Bogaert gewann den internationalen Kunstwettbewerb des Rotary Eupen –Malmedy im Jahr 2002 und wurde bereits einmal im IKOB ausgestellt. VENDELZWAAIER – FLAGGENWERFER ist seine wohl persönlichste Arbeit, da er sich in dieser Werkgruppe in Form einer ortsspezifischen Installation, mit seiner Jugendgeschichte als Mitglied eines Flaggenwerfervereins in Brügge beschäftigte. Die Tradition dieser Vereine datiert zurück bis ins Mittelalter und spielt gerade in Flandern eine wichtige Rolle bezüglich der visuellen Sprache in der sogenannten „Flämischen Bewegung“. Sie war vordergründig eine Bewegung, die für die flämische Kultur und die niederländische Sprache werben sollte, wurde jedoch auch von extremeren Teilen, die nach flämischer Autonomie streben und Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit in den Mittelpunkt ihrer Agenda stellen, missbraucht. Als Tom Bogaert ein altes Foto- und Notizbuch aus seiner Zeit als Flaggenwerfer fand, fragte er sich, wie es möglich ist, als Jugendlicher derart unreflektiert die flämische Löwenflagge zu werfen. Fortan sammelte er Fotos, Videos und Archivmaterial zusammen, um sie erstmalig im IKOB auszustellen.

Die Ausstellung stellt Fragen nach Repräsentation, nationaler Identität, aber auch nach der Frage, wie unkritisch man als junger Mensch mit Symbolen agiert, ohne dies zu problematisieren oder deren politische Tragweite als Ikonographie des Ausschlusses zu verstehen.

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Tom Bogaert, Sun Ra Ra, A nonsequential sound installation in three parts, 2022, Installationsansicht bb15 – Space for Contemporary Art in Linz, Österreich, Foto: Laurien Bachmann

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Lafleur & Bogaert, Bonbon Tè Majik, Arbeit für die documenta fifteen, im Garten der St. Kunigundis Kirche in Kassel, 2022, Foto: Lafleur & Bogaert

TOM BOGAERT wurde 1966 in Brügge, der Hauptstadt von Westflandern, (Belgien) geboren und machte zunächst eine Karriere als Flüchtlingshelfer für die Vereinten Nationen und Amnesty International, bevor er sich im Alter von 38 Jahren in New York als Künstler niederließ und schnell internationale Bekanntheit erlangte. Seine Arbeiten werden seither in namhaften Museen und Institutionen gezeigt. Zuletzt war er zusammen mit Michel Lafleur (Haiti) als zweite Hälfte des Künstlerduos Lafleur & Bogaert auf der documenta fifteen in Kassel ausgestellt.